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Immobile: Wieder auf dem Abstellgleis?

Immobile: Wieder auf dem Abstellgleis?
Foto: imago Sportfotodienst

Gegen Mainz saß Ciro Immobile auf der Bank. Die erste Elf überzeugte – für den Italiener wird es unter Jürgen Klopp nun schwer.

Immobile arbeitet auf dem Platz. Gegen Bayer Leverkusen absolvierte der 24-Jährige eine ordentliche Partie, bereitete seinen Mitspielern Chancen vor und ackerte in der gegnerischen Hälfte. „Wir müssen von Spiel zu Spiel denken“, forderte der Angreifer im Anschluss an die Partie. Es folgten für den BVB zwei Siege, in denen Immobile keine Rolle spielte.

Klopp hat seinen Angriff gefunden

Dortmund-Trainer Klopp scheint seinen Angriff gefunden zu haben: Pierre-Emerick Aubameyang ist die nominelle Spitze in der blitzschnellen Offensive des BVB mit Marco Reus und Kevin Kampl auf den Außenbahnen und Shinji Kagawa als Spielmacher. Gegen den FSV Mainz 05 kam Immobile nicht mal mehr von der Bank, stattdessen agierte Adrian Ramos für die letzten Minuten.

Dass der BVB-Coach rotiert, steht außer Frage. Gerade in dieser prekären Phase, in der es für Dortmund um alles geht, könnte er aber auf eine routinierte erste Elf setzen. Auf den amtierenden Vizemeister und aktuell Tabellenfünfzehnten wartet außerdem ein ordentliches Programm.

In der Champions League war Immobile bislang zwar gesetzt und wusste zu überzeugen, doch sein Einsatz gegen Ex-Klub Juventus Turin ist keinesfalls garantiert. Sollten Aubameyang, Kampl und Reus weiter überzeugen, wird es für den Legionär in Turin sehr wahrscheinlich ein böses Erwachen geben.

Ein Fremdkörper im BVB-Spiel?

Bei WhoScored kommt Immobile auf eine durchschnittliche Bewertung von 6.71, wobei seine guten Auftritte in der europäischen Königsklasse die Note pushen. In der Bundesliga liegt sein Durchschnitt bei 6.56. Immobile gab in bislang 20 Partien rund 2,5 Schüsse pro Partien ab und spielte durchschnittliche 16 Pässe bei einer Erfolgsquote von gerade mal 67 Prozent.

Die geringe Anzahl an Pässen und Schüssen zeigen, dass Immobile noch nicht perfekt in das Spiel der Borussia passt. Lothar Matthäus hatte ihn im August als Fremdkörper im Spiel der Borussia bezeichnet. Ein damals verfrühtes Urteil, doch mittlerweile könnte genau das zum Problem für den Italiener werden.

Auch Robert Lewandowski und Lucas Barrios brauchten in Dortmund einen langen Anlauf, aber die Zeiten, in denen der Klub tief stapelt und günstig Versuchsobjekte holt, sind vorbei. Immobile hat knapp 20 Millionen Euro gekostet und kam als bester Torschütze der Serie A nach Deutschland, während Lewandowski und Barrios in vermeintlich schwächeren Ligen erfolgreich waren.

Die Euro ist in Gefahr

Ein Angreifer seiner Größenordnung muss umgehend Leistung bringen und spätestens in der Rückrunde einschlagen. Dortmund kann es sich nun leisten, ihn auf der Bank zu lassen. Für den Italiener, der auch zur Euro 2016 nach Frankreich will, könnte dies zum Verhängnis werden.

Antonio Conte nominiert, wie zuvor auch Cesare Prandelli, nach dem Leistungsprinzip. Sollte der BVB-Stürmer den Bankdrücker geben, könnte er bei der Leistungsdichte in der italienischen Nationalelf schnell aus dem Kader fallen. Immobile muss mittlerweile nicht mehr nur die nötige Leistung bringen, sondern ist darauf angewiesen, das andere schwächeln.

Es werden keine einfachen Wochen für den Italiener in Dortmund.

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