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Die stärkste Defensive Europas?

Die stärkste Defensive Europas?
Foto: imago Sportfotodienst

Nur neun Gegentore musste die Juventus-Defensive in der Serie A hinnehmen – stärker ist bislang keine Verteidigung in Europa, nicht mal die des FC Bayern München oder jene von Jose Mourinho.

Massimiliano Allegri legt viel Wert auf eine kompakte Abwehr. Bereits als Trainer des AC Mailand predigte er, die Meisterschaft könne man nur über eine starke Defensive gewinnen. Auch deshalb lag sein Fokus bei der Alten Dame vor allem auf der Perfektionierung dieses Konstrukts.

Juventus Systemumstellung

Gazzetta dello Sport

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Tatsächlich ist die Juventus-Defensive unter Allegri nicht nur stärker als unter Vorgänger Antonio Conte, sondern mittlerweile sogar die zweitbeste in der Vereinsgeschichte. Nur in der Saison 1985/1986 ließ die Alte Dame nach 21 Spieltagen weniger Gegentore zu (8). Damals bissen sich die Kontrahenten an Trainer Giovanni Trapattoni die Zähne aus aus. Der spätere Bayern-Coach bot mit Torhüter Stefano Tacconi und einer Viererkette rund um Gaetano Scirea, Luciano Favero, Sergio Brio und Antonio Cabrini ein schier überwindbares Gebilde auf.

Brio: „Alle arbeiten mit nach hinten“

Der mittlerweile 58-jährige Brio zeigte sich im Interview mit der Gazzetta dello Sport aber auch von der aktuellen Besetzung begeistert. „Wir haben damals Geschichte geschrieben, aber auch Chiellini, Bonucci, Caceres und Ogbonna spielen auf allerhöchstem Niveau“, erklärte der Innenverteidiger, der von 1974 bis 1990 für die Bianconeri aktiv war. „Allegri hat ihnen in taktischer Hinsicht mehr Balance verliehen. Die gesamte Mannschaft macht einen großartigen Job, alle arbeiten mit nach hinten.“

„Die Umstellung von Dreier- auf Viererkette hat für größere Stabilität gesorgt“, verdeutlicht Cabrini. „Juve hat Spieler, die in beiden System gut zurechtkommen – deshalb war der Übergang unproblematisch.“

Trainer Allegri hat nicht gleich zu Amtsantritt eine radikale Umstellung vorgenommen, sondern ist mit dem von Conte geprägten 3-5-2 in die Saison gestartet und hat die Mannschaft langsam an das von ihm geplante 4-3-1-2 herangeführt. Dem Ex-Milan-Trainer ist die Umstellung trotz widriger Umstände gelungen: Andrea Barzagli, bester Juventus-Verteidiger der Saison 2013/2014, hat in der laufenden Spielzeit verletzungsbedingt noch keine Minute gespielt und auch Caceres fiel lange aus.

Im Gegenzug hat Angelo Ogbonna immer ordentliche Ergebnisse abgeliefert. Auch durch die Systemumstellung ist er stärker geworden und hat mehr Selbstvertrauen gewonnen, indem er sich in beiden Varianten beweisen durfte. Caceres und Simone Padoin kamen auf ungewohnten Positionen zum Einsatz und überzeugten dennoch. Allegri ist es in seiner ersten Saison gelungen, immer die richtigen Akteure einzusetzen und trotz ungewohnter Varianten die geforderten Ergebnisse abzuliefern.

Die beste Defensive in Europa?

Nachdem die Bayern zuletzt vier Tore gegen den VfL Wolfsburg hinnehmen mussten, haben sie ebenfalls neun Gegentore auf dem Konto, allerdings bei nur 19 gespielten Partien. In der Primera Division hat der FC Barcelona mit elf Gegentoren in 21 Partien die beste Defensivabteilung, während in der Premier League der FC Southampton lediglich 17 Tore in 23 Spielen hinnehmen musste.

Welche Rolle dabei die Qualität der Liga spielt und ob die Alte Dame tatsächlich die stärkste Verteidigung Europas stellt, wird sich spätestens in der Champions League zeigen. Bereits gegen den angezählten Vizemeister aus Dortmund wird es kein leichtes Unterfangen. In der europäischen Königsklasse kann und muss sich die Juventus-Defensive auf allerhöchstem Niveau beweisen – und kann so womöglich endgültig in die Geschichte eingehen.

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