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Die Flucht der Superstars

Die Flucht der Superstars
Foto: imago Sportfotodienst/Calcio Total

Mit Juan Cuadrado hat einer der letzten Stars die Serie A verlassen. Die italienischen Klubs haben in den letzten Jahren zwar eine halbe Milliarde Euro eingenommen, aber dafür eine Menge Glanz verloren.

Im Ausland hat man die italienische Liga schon seit geraumer Zeit ins Visier genommen. Neurreiche Klubs haben fast schon geplündert: Paris Saint-Germain holte mit Ex-Milan-Sportdirektor Leonardo beispielsweise Zlatan Ibrahimovic, Marco Verratti, Edinson Cavani, Thiago Silva, Javier Pastore, Ezequiel Lavezzi und Salvatore Sirigu aus Italien nach Frankreich in die Ligue Un

Knapp über 200 Millionen Euro flossen für diese Transfers alleine aus Paris in verschiedene italienische Städte. Jeremy Menez, Mohamed Sissoko und Thiago Motta kamen für kleineres Geld aus Italien in die französische Hauptstadt. Die Szenerie glich einer Pilgerreise und Paris war das Jerusalem …

Alexis Sanchez: Juventus und Inter ohne Chance

Auch Alexis Sanchez gehört zu den Talenten, die in der Serie A groß geworden sind. Als er 2010/2011 in Italien durchgestartet war und mit 12 Toren und 10 Assists auf sich aufmerksam gemacht hatte, waren auch Juventus und Inter Mailand an dem Chilenen interessiert.

Die besten Udinese-Deals der letzten 20 Jahre

Schnell wurde aber klar, dass beide Klubs nicht mit den Größen Europas mithalten können. Der FC Barcelona griff tief in die Tasche und lotste den heutigen Arsenal-Angreifer für geschätzte 26 Millionen Euro nach Spanien.

Serie A? „Vom Luxusrestaurant zum Imbiss“

„Der italienische Fußball entwickelt sich vom Luxusrestaurant zum Imbiss“, erklärte damals bereits Milan-Sportdirektor Adriano Galliani. Auch der AC Florenz kann davon ein Liedchen singen: Juan Cuadrado ist der letzte einer Reihe von Superstars, die die Fiorentina verlassen haben. Zuvor wechselten bereits Matija Nastasic und Stevan Jovetic in die Premier League zu Manchester City. Über 80 Millionen Euro nahm der norditalienische Klub so ein.

Borussia Dortmund schnappte sich 2014 den italienischen Torschützenkönig Ciro Immobile aus Turin für schlappe 20 Millionen Euro und auch Alessio Cerci verließ Toro für 15 Millionen Euro in Richtung Spanien, wo er bei Atletico Madrid nicht glücklich wurde.

Der AS Rom machte mit Medhi Benatia und Marquinhos ordentlich Geld, verlor allerdings zwei der talentiertesten Innenverteidiger des Landes, nachdem Erik Lamela für 30 Millionen Euro zu Tottenham transferiert wurde.

Kein Ende in Sicht

Auch die letzten Superstars der Serie A sind heißbegehrt. Paul Pogba ist der Wertvollste unter ihnen – Berater Mino Raiola und Trainer Massimiliano Allegri haben seinen Wert auf 100 Millionen Euro taxiert. Es wäre der teuerste Transfer in der Geschichte der italienischen Liga, sollte ein ausländischer Klub diese Summe tatsächlich aufbieten.

Der AS Rom wird nicht all seine Stars halten können. Miralem Pjanic, Herzstück des Roma-Mittelfelds wird seit geraumer Zeit mit anderen Klubs in Verbindung gebracht, genau wie Kevin Strootman, dessen Verletzungen einen Transfer bislang wohl verhindert haben.

Zum Leid der Fans wird die Liga immer ärmer an Superstars und infolgedessen ärmer an Highlights. So bleibt italienischen Klubs nur die Jagd nach bislang unbekannten Talenten aus Italien oder dem Ausland. Udinese Calcio ist seit Jahrzehnten das Paradebeispiel, die Roma macht es derzeit erfolgreich nach.

Im besten Fall stecken die Vereine das erwirtschaftete Geld in den Ausbau der Jugendförderung – bislang ist das allerdings wohl noch nicht geschehen.

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