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Parma: Das sinkende Schiff

Parma: Das sinkende Schiff
Foto: imago Sportfotodienst

Der Abstieg des FC Parma aus der Serie A ist fast schon beschlossene Sache. Kein Experte glaubt mehr an die Rettung des Klubs, der 17 Spieltage vor Schluss bereits zehn Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat. Gehälter werden nicht bezahlt, Spieler fliehen, die Machtverhältnisse sind unklar. Der Klub steht vor dem Abgrund.

Das Unheil hatte sich bereits zwischen Mai und Juni 2014 angekündigt. Parma hatte sich als Tabellensechster für die Europa League qualifiziert. Die Lizenz für den internationalen Wettbewerb wurde den Norditalienern allerdings wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung verweigert. Der FC Turin rückte nach, Parma wurde die Teilnahme verwehrt.

Ausbleibende Gehaltszahlungen – Spieler fliehen

In der Hinrunde der Saison 2014/2015 nahm die Krise ihren Lauf. Parma verlor 17 der bislang 21 Partien. Neun Punkte nach 21 Spieltagen – eine ähnliche Bilanz gab es zuletzt 2003/2004, als Ancona mit 13 Zählern abstieg.

Ein Grund für die miserable Leistung scheinen ausbleibende Gehaltszahlungen. Antonio Cassano hatte seinen Vertrag mit den Cruciati bereits aufgelöst und die Misere anschließend gegenüber Mediaset verdeutlicht: „Wir hatten in Parma etwas aufgebaut, nun hat der Klub es in einem Desaster enden lassen. Ich habe kein Problem mit den Fans oder mit der Mannschaft. Mir geht es nicht ums Geld, aber es gibt hier Spieler, die nicht viel verdienen und seit Monaten keinen Cent sehen.“

Neun Akteure wurden auf dem Wintertransfermarkt verkauft, Stürmer Nicola Pozzi zuletzt laut der Gazzetta dello Sport gar für sage und schreibe 1000 Euro. Nach Cassano löste auch Felipe seinen Vertrag auf, weitere Abgänge sind nicht auszuschließen.

Das Ultimatum steht

Wie es soweit kommen konnte, ist unklar. Auch wer die Klubführung inne hat, ist in Italien nur noch Spekulation. Im Dezember hatte Tommaso Ghirardi den Verkauf angekündigt, die Namen der Investoren allerdings geheim gehalten. Der albanische Erdölindustrielle Rezart Taci wird derzeit in italienischen Medien als Besitzer der Gialloblu gehandelt. Laut der Tageszeitung Corriere dello Sport steht Taci in Albanien bereits unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung.

Spieler und Trainer haben der Klubführung nun ein Ultimatum gestellt: Bis 16. Februar sollen die bislang nicht gezahlten Gehälter überwiesen sein. „Bislang waren wir loyal gegenüber dem Präsidenten. Nach dem 16. Februar müssen wir uns schützen, wir haben keine andere Chance“, erklärte Daniele Galloppa, eine der letzten verbliebenen Säulen in der Mannschaft von Trainer Roberto Donadoni.

Der warnte nach der Niederlage gegen den AC Mailand selbst: „Wenn das Ultimatum abgelaufen ist, wird jeder die Entscheidung treffen, die er selbst für angemessen hält.“ Eine Rettung ist nicht in Sicht – und so könnten ab Mitte Februar viele Jugendspieler für Parma auflaufen. Der drohende Abstieg scheint derzeit fast das geringste Problem …

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