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Foto: imago Sportfotodienst

Gomez läuft die Zeit davon

Der AC Florenz vermisst Goalgetter Mario Gomez. In der Serie A hat es für den ehemaligen Nationalstürmer bislang nur zu einem Tor gereicht, in Europa durfte er noch gar nicht jubeln – und das bei wettbewerbsübergreifend 1080 Spielminuten. Ein Trauerspiel!

„Ich erwarte mehr von ihm“, erklärte Trainer Vincenzo Montella auf der Pressekonferenz nach dem 4:3-Sieg gegen Palermo. „Er erlebt wohl eine psychologische Blockade. Er ist nicht der Spieler, der in der Vergangenheit bewundert wurde.“

Montella: „Hatte begriffen, dass mein Abenteuer zu Ende war“

Doch damit nicht genug – Montella ging noch weiter und sprach Worte, die den Italien-Legionär Gomez schmerzen würden: „Als ich gemerkt habe, dass ich nicht mehr auf dem Niveau meiner besten Tage spiele, habe ich aufgegeben. Ich hatte begriffen, dass mein Abenteuer zu Ende war.“

Berater Uli Ferber nahm Gomez in der Sportbild zwar in Schutz und erklärte, die Äußerungen des Trainers seien „nicht nachvollziehbar“ und würden in der aktuellen Situation „keinem helfen“, doch die Leistungen des ehemaligen Goalgetters lassen nichtsdestotrotz Zweifel aufkommen.

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Ist Mario Gomez mit 29 Jahren bereits am Ende seiner Reise angelangt? Diese Frage stellt sich mittlerweile ganz Italien – vor allem in Florenz ist der Deutsche Gesprächsthema Nummer eins. Gegen Palermo gelang ihm gerade ein Schüsschen, welches das Tor verfehlte. Mit 22 Pässen spielte er weniger als Torhüter Ciprian Tatarusanu. Von allen Feldspielern in der Startelf der Fiorentina hatte Gomez die zweitschlechteste Passquote.

Der große Verlierer

Für Gomez war es ein erneuter Tiefpunkt, nachdem er zuvor in Parma beim Stand von 0:1 einen Elfmeter vergeben hatte. Die Partie ging verloren, Gomez war der große Verlierer des Spieltags. Und doch hatte Montella dem großgewachsenen Angreifer gegen Palermo eine weitere Chance gegeben, die dieser nicht zu nutzen wusste – trotz einer desolaten Defensive der Gäste.

Mario Gomez Grafik, Fiorentina

Gomez hatte mit Verletzungen zu kämpfen, doch mittlerweile zieht sich sein endgültiger Durchbruch in Italien in die Länge – auch die Tifosi werden ungeduldig. Fans, die ihn bislang immer unterstützt hatten. Italien-Experte Oliver Birkner (u.a. Kicker) nahm Gomez Anfang Januar im Gespräch mit Calcio Total noch in Schutz: „Wenn du so lange verletzt bist, brauchst du natürlich lange, um den Rhythmus zu finden.“

Eine letzte Chance in Verona?

„Wenn er aber verletzungsfrei in die Saison kommt, ist er ein Stürmer, der für mindestens 15 Tore gut ist“, so Birkner weiter. Doch von einer solchen Quote ist Gomez noch weit entfernt. In Florenz ist die Euphorie über den teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte mittlerweile verflogen. In den Medien wird er weggeschrieben und auch die Geduld beim Verein neigt sich dem Ende zu.

Bei Chievo Verona bekommt er am kommenden Wochenende seine womöglich letzte Chance. Das Abenteuer Italien steht für Gomez auf Messers Schneide.

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