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AC Mailand: Ein neuer Tiefpunkt

AC Mailand: Ein neuer Tiefpunkt
Foto: imago Sportfotodienst

Der AC Mailand hat beim FC Turin ein schmeichelhaftes Remis geholt und taumelt im Kampf um einen Europacup-Platz weiter. In der Serie A sind die Rossoneri seit nunmehr drei Partien ohne Sieg und haben einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Jeremy Menez hatte die Gäste aus Mailand früh in Führung gebracht, doch die Mannschaft von Trainer Filippo Inzaghi nutzte den Vorteil nicht und gab das Spiel über weite Strecken komplett aus der Hand, geriet nach einem Foul vom desolaten Mattia De Sciglio außerdem in Unterzahl. Es war einzig Torhüter Diego Lopez zu verdanken, dass die Partie in Turin nicht verloren ging. Denn die Gastgeber hatten die größeren Chancen, obwohl sie selbst lange nicht ins Spiel fanden.

Kein Umschaltspiel, kein Elan: Milan enttäuscht

Milans Probleme wurden in der Partie gegen Toro ganz besonders deutlich. Sowohl in der Defensive als auch im Mittelfeld fehlt es derzeit an Spielern, die ein Spiel aufbauen und aufziehen können. Zu oft wurde der Ball kopflos aus der eigenen Hälfte befördert, zu oft musste Inzaghi von der Außenlinie anweisen und justieren, ohne dass es irgendeinen Effekt gehabt hätte.

Geraten die Rossoneri unter Druck, wissen sie sich in den meisten Fällen nicht zu helfen und verlieren den Ball schnell an den Gegner. Vor allem in der Viererkette um Philippe Mexes oder sonst Cristian Zapata fehlt ein Spieler, der Ruhe und Übersicht bewahrt und so das Umschaltspiel fördert.

Vize-Europameister Riccardo Montolivo ist weiter außer Form, Nigel De Jong in seiner derzeitigen Verfassung keine Bereicherung für die Lombarden. Hinzu kommt, dass niemand den nötigen Elan zeigt und Verantwortung übernimmt. Der Mannschaft fehlen Spieler, die motivieren und vorantreiben. Stellenweise wirken die Auftritte trostlos und lethargisch – eine Entwicklung, die seit Jahren anhält und in Turin ihren aktuellen Tiefpunkt erreicht hat.

Inzaghi: „Uns fehlen Charakter und Mut“

Dass Inzaghi derzeit das nötige Konzept fehlt und er als junger Trainer eine nicht gerade steile Lernkurve hat, kommt erschwerend hinzu. Lichtblicke wie die Partien gegen Neapel und Udinese sind zu selten und so versinkt Milan nach einem vielversprechenden Saisonstart weiter im Mittelmaß.

Zumindest die Probleme hat der ehemalige Angreifer erkannt. „Uns fehlen Charakter und Mut“, erklärte Inzaghi im Anschluss an die Partie laut der Gazzetta dello Sport. Nun sei es an ihm, der Mannschaft mehr Sicherheit zu geben.

Viele Fans fordern indes einen deutlichen Bruch, ein Umdenken und andere Spieler. Solange Adriano Galliani am Hebel sitzt und das nötige Geld fehlt, werden diese Wünsche aber nicht in Erfüllung gehen. Stattdessen müssen Montolivo und Co. ihre Komfortzone verlassen – sie stecken schon viel zu lange in ihr fest.

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